"Als 1841 die ersten Siedlertrupps, von Independence, Missouri, kommend, den North Platte hinaufzogen, den South Pass in der Wind River Range, Südwest-Wyoming, überquerten und sich dann entweder nach Nordwesten (Richtung Oregon Country) oder nach Südwesten (Richtung Kalifornien) wandten, mochte dies zunächst noch nicht viel besagen. Doch die Vereinigten Staaten waren gerade dabei, einem Expansionsfieber zu verfallen, das ab dem Jahre 1845 unter der Bezeichnung 'manyfest destiny' grassierte - genährt von dem Glauben, der Herrgott habe auf amerikanischem Boden einen neuen Menschen geschaffen, der weiß ... ist und dessen offenkundige Bestimmung es sei, den amerikanischen Kontinent zu beherrschen ...". (5)
Die Werbung in der Presse von Missouri lockt 1843 1000 Siedler, 4000 im Jahr 1844 und 5000 im Jahr 1845 in den Westen. "1843 geht als das Jahr der großen Trecks in die Geschichte ein, weil zum ersten Mal ein großer Wagenzug in den fernen Nordwesten aufbricht. Die Siedler reisen innerhalb von fünf Monaten auf der 3200km langen, beschwerlichen Route über die Rocky Mountains und setzen sich den gefürchteten Angriffen der Indianer aus. Dieser Trail kostet im Lauf der Geschichte etwa 20.000 Auswanderern das Leben.
Westlich des Mississippi gelangt man über zwei Routen zu den Rockies und an den Pazifik. Im Norden ist es die Oregon-Route durch das Gebiet der Sioux und der Arapaho, im Süden die Santa-Fé-Linie, die durch das Land der Cheyenne führt.
Entlang dieser Routen verändern die Europäer das Land, indem sie es kultivieren und einfrieden. Vor allem rotten die Siedler, ob sie nun ansässig werden oder weiterziehen, das Wild aus. Davon am stärksten betroffen ist der Bison, das Hauptnahrungsmittel der dort lebenden Indianer. Millionen von Tieren fallen den Europäern und ihrer puren Lust am Töten zum Opfer." (4)

Barbara und Todd Guenther machen für Interessierte die Geschichte wieder lebendig. Auf den von ihnen organisierten Trips kann man in etwa nachvollziehen welche Strapazen die weißen Aussiedler ertragen haben.
Wir konnten uns an zwei Tagen auf der alten Oregon Route per Planwagen, auf dem Pferderücken oder zu Fuß, ein Bild davon machen.
Die Durchquerung des Kontinents ist eine außergewöhnliche Pionierleistung gewesen. Was für die Weißen aber Heldentum bedeutet, ist für die Nativs nichts weiter als die beschleunigte Vollendung einer gewollten Vertreibungs- und Ausrottungspolitik.

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Todd, unser Führer auf diesem Trail, erwies sich als exzellenter Kenner der Materie. Er führte uns zu verschiedenen Lagerplätzen der Indianer, die man noch heute anhand von Tipiringen gut identifizieren kann. Auf ihren Sommerjagden folgten sie dem Wild häufig in diese Gegend.