Es gibt Dinge in der Natur, die lassen selbst die härtesten Männer in ehrfurchtsvoller Stille erstarren. Der Devil's Tower gehört dazu. Nicht umsonst verbinden sich die unterschiedlichsten Legenden der Plainsstämme mit dieser gewaltigen Naturerscheinung.

Bei den Kiowa erzählt man sich seit altersher folgende Sage:
Vor langer Zeit spielten hier acht Kinder, sieben Schwestern und ihr Bruder. Plötzlich verlor der Junge den Verstand, begann zu zittern und fing an auf Händen und Füßen zu laufen. Seine Finger wurden zu Klauen und sein Körper bedeckte sich mit Fell. Wo eben gerade noch der Junge war, stand plötzlich ein Bär. Die Schwestern erschracken zu Tode. Sie fingen an zulaufen und der Bär hinter ihnen her. Sie kamen dabei an einen großen Baumstumpf. Dieser sprach plötzlich zu ihnen. Er lud sie ein auf ihn zu steigen, und als sie dies taten, begann er in den Himmel zu wachsen. Der Bär war hinter ihnen um sie zu jagen, aber die Mädchen waren inzwischen außerhalb seiner Reichweite. Er bäumte sich auf und versuchte ihnen nachzusteigen. Doch der Baumstumpf war zu glatt. - Noch heute sieht man die Rillen, die die mächtigen Krallen das Bären in ihn gekratzt haben.
Die sieben Geschwister aber stiegen in den Himmel, und sind heute als die Sterne des Großen Wagens zu sehen.
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Viele Zeremonien wurden am Fuße des "Bear Lodge", so der indianische Name, abgehalten.
Zu den wichtigsten Ereignissen zählte das jährliche Treffen der verbündeten Sioux. Im Schatten des heiligen Berges wurde ihr Stammesbündnis, mit der Durchführung einer Pfeifenzeremonie,
neu besiegelt.

Mit den Goldfunden in den Black Hills und dem immer agressiveren Eindringen der Weißen in die Heiligen Gründe der Indianer, wurde auch dieses "Geheimnis" aus der indianischen Kultur gerissen.